Die Inhaltsstoffe: Herkunft, Chemie und Forschung

Combina Spray bündelt dreizehn aktive Stoffe in einem Milliliter – neun Vitamine, das Spurenelement Zink und drei Aminosäuren. Diese Seite stellt jeden einzeln vor: woher er stammt, wer ihn zuerst isoliert hat, was die Chemie dahinter ist und was die Forschung über ihn zusammengetragen hat. Die Rezeptur im Überblick steht auf der Startseite; hier geht es in die Tiefe. Die Mengenangaben beziehen sich jeweils auf die Tagesdosis von 1 ml.

Vitamin C: wie das Skorbut-Rätsel gelöst wurde

Wenige Nährstoffe haben eine so bewegte Entdeckungsgeschichte. Jahrhundertelang fürchtete die Seefahrt kaum etwas so sehr wie Skorbut, bis der schottische Schiffsarzt James Lind 1753 in seinem Treatise of the Scurvy den Zusammenhang mit Zitrusfrüchten dokumentierte – ohne die verantwortliche Substanz zu kennen. Die Aufklärung gelang erst dem ungarischen Biochemiker Albert Szent-Györgyi, der ab 1928 einen organischen Reduktionsstoff aus Nebennieren und Pflanzensäften isolierte und ihn zunächst „Hexuronsäure“ nannte. Gemeinsam mit Walter Haworth taufte er ihn später in Ascorbinsäure um – nach dem lateinischen scorbutus für Skorbut. Die entscheidende Quelle fand er eher zufällig: Auf der Suche danach stieß er ausgerechnet beim Abendessen auf Paprika, aus dem er die Ascorbinsäure erstmals in größeren Mengen als Kristall gewann. 1937 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Chemisch ist Vitamin C ein wasserlösliches Vitamin, das der menschliche Körper – anders als die meisten Tiere – nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Combina Spray liefert 40 mg pro Tagesdosis, was der Hälfte der EU-Referenzmenge entspricht. Vitamin C gehört bis heute zu den meistuntersuchten Nährstoffen – systematische Übersichtsarbeiten befassen sich unter anderem mit seiner Rolle für die Immunfunktion und den Bindegewebsstoffwechsel.

Niacin: die Lösung kam aus Wisconsin

Vitamin B3 lässt sich ohne die Krankheit Pellagra kaum erzählen – die „Krankheit der vier D“: Dermatitis, Diarrhö, Demenz und Tod. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts grassierte sie im Süden der USA. Der Arzt Joseph Goldberger zeigte ab 1914 – unter anderem in drastischen Selbstversuchen –, dass Pellagra keine Infektion, sondern eine Ernährungssache war. Welcher Stoff genau fehlte, blieb zu seinen Lebzeiten offen; erst 1937 identifizierte der Biochemiker Conrad Elvehjem in Wisconsin Nicotinsäure als „pellagra-verhütenden Faktor“. Interessant ist die Rolle des Mais: Er enthält durchaus Niacin, doch gebunden – die indigenen Kulturen Mittelamerikas machten es traditionell durch Kochen in Kalkwasser (Nixtamalisation) verfügbar und kannten Pellagra deshalb kaum.

Combina Spray enthält Niacin in der Amidform Nicotinamid, mit 16 mg exakt der vollen Referenzmenge (100 % NRV). Im Körper ist es Baustein der Coenzyme NAD und NADP, die in unzähligen Stoffwechselreaktionen mitwirken. Zu den zugelassenen Aussagen für diesen Nährstoff gehört, dass Niacin zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiträgt.

Zink: erst 1961 als lebensnotwendig erkannt

Dass ein Metall für den Menschen essenziell sein könnte, galt lange als unwahrscheinlich. Den Beweis erbrachte der Arzt Ananda S. Prasad, der 1961 im Iran und später in Ägypten junge Männer mit stark verzögertem Wachstum untersuchte und den Mangel auf eine phytatreiche, zinkarme Getreidekost zurückführte. Zinkgabe stellte Wachstum und Entwicklung wieder her – ein Befund, der ein Jahrzehnt lang umstritten blieb, bis die US-amerikanische National Academy of Sciences Zink 1974 offiziell als essenziellen Nährstoff einstufte.

Mit 7 mg deckt Combina Spray 70 % der Referenzmenge. Zink ist Bestandteil von rund zweihundert Enzymen und an zahlreichen zellulären Prozessen beteiligt. Für dieses Spurenelement ist unter anderem zugelassen, dass Zink dazu beiträgt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Die B-Vitamin-Familie: acht Entdeckungen, ein Komplex

Neben Niacin enthält Combina Spray sechs weitere B-Vitamine, die historisch nach und nach aus dem ursprünglich vermuteten einen „Vitamin B“ herausgelöst wurden. Thiamin (B1, 1 mg) war das erste isolierte Vitamin überhaupt und Namensgeber der ganzen Stoffklasse. Riboflavin (B2, 1 mg) trägt seinen Namen nach der gelb-orangen Farbe (flavus = gelb) und dem Zuckerbaustein Ribose. Pantothensäure (B5, 6 mg) leitet sich vom griechischen pantothen – „von überall“ – ab, weil sie in nahezu allen Lebensmitteln vorkommt. Pyridoxin (B6, 1 mg) ist die namensgebende Form des Vitamin-B6-Komplexes. Folsäure (B9, 200 µg) verdankt ihren Namen dem lateinischen folium (Blatt), da sie erstmals aus Spinat gewonnen wurde. Und Vitamin B12 (3 µg) mit seinem Cobalt-Zentralatom war das letzte der klassischen Vitamine, dessen komplexe Struktur Dorothy Hodgkin per Röntgenkristallografie aufklärte – wofür sie 1964 den Chemie-Nobelpreis erhielt.

Bemerkenswert an dieser Auswahl: B2, B5, B6, B9 und B12 liefert Combina Spray jeweils zur vollen Referenzmenge oder darüber. Die B-Vitamine wirken im Stoffwechsel eng zusammen, weshalb sie in Präparaten traditionell als Komplex kombiniert werden.

L-Carnitin: gefunden im Fleischextrakt

Der Name verrät die Herkunft: L-Carnitin wurde 1905 von zwei russischen Wissenschaftlern aus Muskel- beziehungsweise Fleischextrakt isoliert und nach dem lateinischen carnis (Fleisch) benannt. Seine chemische Struktur klärten japanische Forscher 1927 auf. Kurios ist eine Episode aus der Vitaminforschung: Weil die Larve des Mehlkäfers Tenebrio molitor Carnitin zum Wachsen benötigt, trug der Stoff zeitweise den Namen „Vitamin BT“ – für den Menschen ist er das allerdings nicht, denn der Körper stellt L-Carnitin aus den Aminosäuren Lysin und Methionin selbst her. Interessanterweise fungieren dabei Vitamin C, B3 und B6 sowie Zink als Cofaktoren – Stoffe, die in Combina Spray ebenfalls enthalten sind. In der Nahrung steckt L-Carnitin vor allem in rotem Fleisch; Combina Spray enthält 20 mg.

L-Citrullin: benannt nach der Wassermelone

Kaum ein anderer Inhaltsstoff trägt seine Herkunft so sichtbar im Namen. L-Citrullin wurde 1914 von den japanischen Forschern Yotaro Koga und Ryo Otake erstmals aus der Wassermelone isoliert und nach deren botanischer Gattung Citrullus benannt; die Strukturaufklärung folgte 1930. Chemisch ist es eine nicht-proteinogene Aminosäure – sie wird also nicht in Körpereiweiß eingebaut –, die im Harnstoffzyklus eine zentrale Rolle spielt, jenem Stoffwechselweg, über den Säugetiere giftiges Ammoniak unschädlich machen. Wie sich oral zugeführtes L-Citrullin im Körper verhält, untersuchten Schwedhelm et al. (Br J Clin Pharmacol, 2008) in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 20 gesunden Freiwilligen. Combina Spray enthält 20 mg pro Tagesdosis.

L-Glutamin: die häufigste Aminosäure des Körpers

L-Glutamin ist die mengenmäßig häufigste freie Aminosäure im menschlichen Organismus – bei einem Körpergewicht von rund 70 kg sind es etwa 70 bis 80 Gramm. Der deutsche Chemiker Ernst Schulze isolierte sie 1883 aus dem Presssaft der Zuckerrübe. Strukturell ist Glutamin die Amidform der Glutaminsäure: chemisch fast identisch, aber mit einer endständigen Amidgruppe, die es zu einem vielseitigen Stickstofftransporter macht. Einen umfassenden Überblick über Stoffwechsel und Funktionen geben Cruzat et al. (Nutrients, 2018). Mit 20 mg ist L-Glutamin die dritte Aminosäure in Combina Spray.

Was sich rechtlich sagen lässt – und was nicht

Zum Schluss die rechtliche Einordnung. Für Vitamine und Mineralstoffe sind in der EU gesundheitsbezogene Angaben nur zugelassen, wenn eine relevante Menge enthalten ist – bei den Nährstoffen in Combina Spray ist das durchweg der Fall. Die konkret ausgelobten Angaben (zu Vitamin C, Niacin und Zink) stehen im exakten Wortlaut auf der Startseite.

Für die drei Aminosäuren L-Carnitin, L-Citrullin und L-Glutamin gibt es dagegen keine von der EU zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die auf dieser Seite genannten Studien und historischen Fakten dienen ausschließlich der wissenschaftlichen und kulturellen Einordnung dieser Stoffe – aus ihnen lässt sich kein Wirkversprechen für Combina Spray ableiten. Combina Spray ist ein Nahrungsergänzungsmittel und kein Arzneimittel; es dient der Ergänzung der Ernährung, nicht der Behandlung von Beschwerden. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger ist, stillt oder eine Erkrankung hat, bespricht die Einnahme am besten vorab mit Arzt oder Apotheker.


ℹ️ Hinweis: Sämtliche Studienverweise wurden vor Veröffentlichung auf PubMed geprüft. Die genannten Untersuchungen betreffen die jeweiligen Einzelstoffe, nicht das Fertigprodukt Combina Spray.